Trassenführung, Ausgleichsmaßnahmen, Umsatzrückgang, Visualisierung, Flächenverbrauch

Presseerklärung BI “Pro Lebensraum Wartenberg“ zum Vortrag von Hessen Mobil im Wartenberg Oval

Presseerklärung der Bürgerinitiative “Pro Lebensraum Wartenberg“ zum
Vortrag von Hessen Mobil im Wartenberg Oval

Stand: 18.01.2018

Visualisierung bestätigt die Meinung der Gegner der neuen Bundesstraße
Verzicht auf Neubau ist
besser als die vorgelegte Planung B 254n für Wartenberg

Hessen Mobil hat mit der Visualisierung vom Neubau der Bundesstraße B254 eine gute Darstellung des geplanten Streckenverlaufs gezeigt. Herr Hansel hat sehr kompetent die 5 verschiedenen Auf- und Abfahrten und die hierzu benötigten 23 Brückenbauwerke erklärt. Insbesondere die Flugvideos vermitteln eindrucksvoll den extrem hohen Flächenverbrauch von über 82 ha für den Neubau einschließlich Ausgleichsmaßen für diese 12 km lange Bundesstraße.

Besonders deutlich wird der massive Eingriff in die Natur bereits durch den sehr tiefen Geländeeinschnitt (ca. 17m tief) und den Graben mit einer Breite von ca. 100 m, der sich oberhalb der Firma Möbel Liebeck in Lauterbach befindet. Ein sehr kritischer Punkt ist die mit 254m längste Brücke bei der Lauterbacher Kläranlage, die auch im LA vom 18.01.2018 dargestellt war. Diese führt mitten durch die ökologisch sensible Lauteraue. Die geplante Zufahrt könnte sich dabei zum zukünftigen Unfallschwerpunkt entwickeln. Im Bereich Angersbach wird die 240m lange Talbrücke, die direkt vor der Ruine „Wartenbach“ gebaut werden soll, das Landschaftsbild zerstören. Dieses riesige Brückenbauwerk wird einen freien Blick von Angersbach auf die Ruine zukünftig verhindern. Der bisher von vielen Bewohnern genutzte Naherholungsrundweg rund um die „Wartenbach“ wird durch die neu zu bauenden Dämme massiv beeinträchtigt.

Leider werden in den Einstellungen von Hessen Mobil die Neubaugebiete in Lauterbach, Angersbach und Landenhausen kaum ersichtlich dargestellt. Im Neubaugebiet Landenhausen wird auf dem gegenüberliegenden Hang auf fast gleicher Höhe der Neubau der B254 geplant und die Geräuschkulisse wird dort massiv zunehmen. Letztlich werden Erweiterungen der schönen neuen Wohngebiete durch den vorgesehenen Neubau der Straße verhindert. Die dortigen jungen Familien müssen die neuen Belastungen ertragen. Laut Hessen Mobil wird es jedoch keine Änderungen am Streckenverlauf mehr geben und das, obwohl die Einwendungen gegen diese bis 2030 geplante Maßnahme noch nicht bearbeitet wurden.

Auch die Zeiten eines „ruhigen“ Angersbacher Friedhofes sind vorbei, wie die Visualisierung zeigte. Wer einmal hören will, wie es auf einem Friedhof mit Bundesstraße zugeht, sollte mal nach Fulda-Bronnzell fahren. Wenn man das Verkehrslärmproblem ernst nehmen will, ist es nicht damit getan, dass einige Bürger von Wartenberg entlastet und dafür andere Bürger neu mit zusätzlichem Lärm belastet werden. Es nützt leider nichts, wenn laut Softwareprogramm die Lärmgrenzwerte eingehalten werden. Letztlich ist das dann die Begründung, dass keinerlei Lärmschutzmaßnahmen an der neuen Straße gebaut werden. Fakt ist jedoch, dass durch höhere Geschwindigkeiten auf der neuen Straße mehr Lärm entstehen wird und die Höhenlage der Straße dafür sorgt, dass dieser neue Lärm großflächig an andere Bewohner Wartenbergs verteilt wird.

Über 700 Wartenberger Bürger haben sich deshalb mit ihrer Unterschrift gegen den Neubau der B254n ausgesprochen. Die an der jetzigen B254 anliegenden großen Einzelhandelbetriebe (z.B. Aldi, REWE, Baumarkt Eichhorn, Fundgrube, Euronics), Handwerksbetriebe (z.B. Metzgereien, Bäckereien, Autohäuser) und Dienstleistungsbetriebe (z.B. Apotheke, Bank, Tankstellen, Gastronomiebetriebe) und kleinere Einzelhandelsgeschäfte werden durch erhebliche Umsatzverluste geschädigt. Der Geschäftsführer, Herr Eichhorn, hat hierzu in einem Interview in der Hessenschau vom 17. Januar 2018 erklärt, dass bei vorherigen Baumaßnahmen an der B 254 „ein Umsatzrückgang von 20-30%“ zu verzeichnen war. Es muss jedem klar sein, dass die jetzige Bundesstraße der große Standortvorteil für
diese Geschäfte ist.

Diese vielen Betriebe in Wartenberg profitieren laut Gutachten ganz enorm von den Menschen, die diese Straße benutzen und entsprechende Spontaneinkäufe und Besorgungen vornehmen. Dies wird auch für die Lauterbacher Betriebe an der Straße zutreffen. Darüber hinaus werden auf Grund der dann gegebenen Randlage von Lauterbach auch die dortigen Geschäfte mit erheblichen Umsatzrückgängen konfrontiert sein. Bei einem Rückbau der jetzigen Bundesstraße werden die daran anliegenden Betriebe mit ihren ortsnahen Arbeitsplätzen durch den Rückgang des Verkehrs und somit des Kundenpotenzials massiv gefährdet. Unter anderem deshalb haben sich auch über 50 Anlieger der B 254 in Wartenberg bei einer schriftlichen Umfrage gegen einen Neubau der B254n ausgesprochen.

Das Gutachten der Gemeinde Wartenberg hat zudem aufgezeigt, dass der Verzicht auf den Neubau der Bundesstraße 254 auf kommunaler Ebene deutlich besser bewertet wird, als ein Neubau der Straße mit ihrer jetzigen Planung.

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