Fürstabt Bertho droht Wartenberg

Fürstabt Bertho droht Wartenberg mit ewiger Verdammnis

Vor 750 Jahren haben die Wartenberger ihre Burg Wartenberg nach einem Streit mit dem Fürstabt von Fulda und dessen Verbündeten, der Stadt Lauterbach, verloren. Die Burg wurde zerstört und durfte nicht wieder aufgebaut werden.

Vor kurzem war ein vermutlicher Nachkomme des Fürstabtes Bertho in der Region und hat den Wartenbergern unter anderem ewige Verdammnis angedroht, wenn sie nicht weiterhin dem Bau der Ortsumgehung zustimmen, die Fulda und Alsfeld über Wartenberg und Lauterbach verbindet. Bereits vorher sind dem Fürstabt die verbündeten Grafen aus Lauterbach und Alsfeld zu Hilfe gekommen, die den Bau der Umgehungsstraße als alternativlos für ihre Region bezeichnen.

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Von Seiten der Stadt Lauterbach wurde bereits unter einem Vorwand ein Standbild ihres Schutzpatrons, des heiligen Simplicius errichtet, der gerüstet mit Schild und Speer seinen Blick gegen die Gemeinde Wartenberg richtet. Damit wollen die Lauterbacher ihre Entschlossenheit gegen die Abtrünnigen betonen und darauf hinweisen, dass trotz der damaligen Vereinbarung der Wiederaufbau der Wartenberger Burg begonnen habe und bereits Tore und ein Turm errichtet wurden.

Es ist zu befürchten, dass sich die Ereignisse aus dem Jahr 1265 in anderer Form wiederholen könnten. Eine gemeinsame Aktion der Fuldaer und Lauterbacher könnte dazu führen, dass das Rathaus der Gemeinde Wartenberg geschleift wird und nicht wieder aufgebaut werden darf. Wie die Gemeinde Wartenberg dann später, nachdem sie in der Bedeutungslosigkeit versunken ist, unter den Siegern aus Fulda und Lauterbach aufgeteilt wird, wird wahrscheinlich erst zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt entschieden.

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Die Wartenberger Bürger sollten sich überlegen, ob sie eine Umgehungsstraße, die nur wenige Vorteile aber erhebliche Nachteile mit sich bringen wird, wirklich haben wollen. Die Reaktionen der beteiligten Personen außerhalb Wartenbergs deuten aus meiner Sicht jedenfalls darauf hin, dass hier auch übergreifende Interessen im Spiel sind, die nicht im Interesse Wartenbergs liegen.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Hans-Jürgen Luck

Download Leserbrief aus dem Lauterbacher Anzeiger vom 13.06.2018

Anmerkungen von unserer Bürgerinitiative:

Bertho II. von Leibolz, aufgrund seiner kleinen Gestalt abschätzig Abt Fingerhut genannt, war von 1261 bis 1271 Fürstabt des Klosters Fulda. Der Klostervogt, Graf Gottfried V. von Ziegenhain, suchte sein Territorium auf Kosten des Abteigebietes zu vergrößern und erhob sich 1265 zusammen mit seinen Untervögten, einschließlich der Herren von Wartenberg, gegen den Abt. Es gelang Bertho II., Graf Gottfried und die aufrührerischen Adligen zu besiegen und dabei auch die Burg Wartenberg zu zerstören.

Fürstabt Bertho diktierte einen strengen Frieden. In dem Vertrag mit den Brüdern von Wartenberg vom 16. März 1266 verlieh er dem Dorf Lauterbach die Stadtrechte, um den Wartenbergern ein Gegengewicht entgegenzustellen. Der Abt ließ zum Schutz eine Stadtmauer und eine neue Burg in Lauterbach errichten. Die Burg Wartenberg aber durfte nie wieder aufgebaut werden, weil sie zu nahe an der Abtei lag. (Quelle: Wikipedia)

Ein Schild und eine Fahne mit jeweils drei Lilien hält der Simplicius im Lauterbacher Stadtwappen in Händen. Simplicius ist in vorreformatorischer Zeit 1266 mit der Verleihung der Stadtrechte ins Lauterbacher Wappen gekommen. Fürstabt Bertho II. von Leibolz habe damit die Bedeutung Lauterbachs für die Abtei unterstrichen. (Quelle: Lauterbacher Anzeiger, 19.8.2017)

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